Feststellung von Legasthenie/ LRS und Dyskalkulie in Hessen und Fördermaßnahmen an Hessischen Schulen:

Zur Minderung der aus Legasthenie/ LRS bzw. Dyskalkulie resultierenden Nachteile, müssen Fördermaßnahmen der Schule für die betroffenen Kinder angeboten werden:

§ 37 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses
(1) Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder beim Rechnen haben in allen Schulformen Anspruch auf individuelle Förderung. Förderziel ist, die Schwierigkeiten so weit wie möglich zu überwunden. Die Schulen sind verpflichtet, Fördermaßnahmen m Sinne dieses Abschnitts der Verordnung durchzuführen.
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(4) Jede Schule entwickelt ein schulbezogenes Förderkonzept für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben sowie beim Rechnen und benennt eine fachlich qualifizierte Lehrkraft als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner für diese Schwierigkeiten.

Legasthenie/ LRS & Dyskalkulie in Hessen - Feststellung in Hessen:

Die Feststellung von Legasthenie/ LRS bzw. Dyskalkulie zum Zwecke der Einleitung von Fördermaßnahmen ist deshalb so bedeutsam, weil hierdurch

  • zum einen eine tatsächliche Verbesserung der Situation herbeigeführt werden kann,
  • zum anderen sich hieraus aber auch Voraussetzungen für besondere Rechte zum Nachteilsausgleich ergeben.

Zur Regelung:

§ 38 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses
(1) Die Feststellung der besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben und Rechnen gehört zu den Aufgaben der Schule. Voraussetzung für das Erkennen dieser Lernschwierigkeiten ist die Erhebung der Lernausgangslage...
(2) Im Einzelfall haben die Lehrkräfte die Möglichkeit der unterstützenden Beratung insbesondere durch Schulpsychologinnen und Schulpsychologen und andere in der Lese-, Rechtschreib- oder Rechendiagnostik ausgebildete Lehrkräfte wie zum Beispiel des sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentrums...

Insofern lohnt es sich, bei entsprechenden Anhaltspunkten die Einstufung als besonders förderungsbedürftig notfalls durchzufechten, da es widrigenfalls streitig werden kann, ob man die Nachteilsausgleiche trotzdem erhält.

Auch in Fällen der Beendigung sollte man immer sehr vorsichtig sein, ob man sich nicht dagegen wehren sollte, da der Förderunterricht eine Hilfe und keine Strafe darstellt.

  • Zudem ist zu erwarten, daß nach Beendigung der Fördermaßnahmen die hierauf aufbauenden Nachteilsausgleiche von der Schule dann erst einmal nicht mehr beachtet werden (was natürlich nicht heißen muß, daß das auch zulässig ist, streitig und risikoreich ist es aber allemal).
  • Bei höheren Klassenstufen kann es dann sogar so sein, daß ein Wiedereinstieg später alleine wegen einer "Zeitlücke" verwehrt wird.

Für weitergehende Fragen hierzu, einer Erstberatung anhand Ihres konkreten Falls sowie einer deutschlandweiten Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Legasthenie/ LRS & Dyskalkulie in Hessen - die einzelnen Fördermaßnahmen in Hessen:

Auch zu diesem Gesichtspunkt trifft die VOLRR ausführliche Regelungen:

§ 39 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses - Fördermaßnahmen
(1) Die Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen haben zum Ziel,

a) die Stärken von Schülerinnen und Schülern herauszufinden, sie ihnen bewußt zu machen, sie zu ermutigen und Erfolgserlebnisse zu vermitteln,
b) Lernhemmungen und Blockaden abzubauen und Lust auf Lesen, Rechtschreiben und Rechnen zu wecken und zu erhalten,
c) Arbeitstechniken und Lernstrategien zu vermitteln, die vorhandenen Schwächen auszugleichen oder zu mildern sowie bestehende Lernlücken zu schließen.
(2) Als Fördermaßnahmen kommen Formen der inneren und äußeren Differenzierung in Frage...

§ 40 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses - Individuelle Förderpläne bei besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen
(1) Die Erstellung individueller Förderpläne geschieht auf Grundlage der Förderdiagnostik (§ 38). Individuelle Förderpläne sind mit allen am Unterricht beteiligten Lehrkräften, den Eltern sowie der Schülerin oder dem Schüler zu erörtern und bilden die Grundlage für individuelle Hilfen.
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§ 41 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses - Unterricht in besonderen Lerngruppen
(1) Die Förderung in besonderen Lerngruppen ist mit dem Deutsch- oder Mathematikunterricht abzustimmen...
(2) Der Besuch der Förderkurse ist für Schülerinnen und Schüler mit festgestellten Schwierigkeiten verpflichtend.
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(4) Die Enrichtung von Förderkursen obliegt der Schulleiterin oder dem Schulleiter. Wenn diese Kurse schulübergreifend eingerichtet werden, obliegt die Einrichtung dem Staatlichen Schulamt.

Wie bereits ausgeführt, sollte der einzelne darauf bedacht sein, an diesen Fördermaßnahmen teilzunehmen.

Für weitergehende Fragen hierzu, einer Erstberatung anhand Ihres konkreten Falls sowie einer deutschlandweiten Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

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