Legasthenie/ LRS & Dyskalkulie Hessen - Benotung in Hessen:

Eine Folge von Legasthenie/ LRS bzw. Dyskalkulie sind Nachteilsausgleiche bei der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung, die im Ergebnis keine "Privilegien" darstellen, sondern nur den vorhandenen Nachteil ausgleichen.

Legasthenie/ LRS & Dyskalkulie Hessen - Normen zur Leistungsfeststellung und Bewertung in Hessen:

§ 42 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses - Nachteilsausgleich, Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung bei Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen
(
1) Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen unterliegen in der Regel den für alle Schülerinnen und Schüler geltenden Maßstäben der Leistungsbewertung. Nachteilsausgleich und Abweichen von den Grundsätzen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung nach Abs. 3 sind vor allem beim Erlernen des Lesens, Rechtschreibens oder Rechnens in der Grundschule möglich und werden mit andauernder Förderung in den höheren Klassen wieder abgebaut.
(2) Vorrangig vor dem Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung sind auf der Grundlage des individuellen Förderplans Hilfen in Form eines Nachteilsausgleichs (§7) vorzusehen, können in begründeten Einzelfällen aber auch nebeneinander gewährt werden.
(3) Abweichungen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung und -bewertung sind:
a) stärkere Gewichtung mündlicher Leistungen, insbesondere in Deutsch und den Fremdsprachen,
b) zeitweiser Verzicht auf eine Bewertung der Lese-, Rechtschreib- oder Rechenleistung in allen betroffenen Unterrichtsgebieten,
c) zeitweiser Verzicht auf die Bewertung der Rechtschreib- oder Rechenleistung bei Klassenarbeiten während der Förderphase,
d) Nutzung des pädagogischen Ermessensspielraums bei Aussetzung der Notengebung für ein Fach.
(4) Alle Abweichungen von den üallgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung und -bewertung müssen ihre Grundlage in den individuellen Förderplänen der Schüler haben.
(5) Bei besonderen Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechtschreiben werden Maßnahmen nach Abs. 3 von der Klassenkonferenz beschlossen. In der Sekundarstufe II ist das Staatliche Schulamt von den Konferenzbeschlüssen zu unterrichten. Bei besonderen Schwierigkeiten im Rechnen entscheidet die Klassenkonferenz der Grundschule über Hilfen nach Abs. 2 und 3.


§ 7 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses:
...
(2) Formen des Nachteilsausgleichs nach Abs. 1 sind entsprechend den Beeinträchtigungen oder 
Schwierigkeiten der jeweiligen Schülerin oder des jeweiligen Schülers insbesondere:

1. verlängerte Arbeitszeiten, etwa bei Klassenarbeiten und Lernstandserhebungen,
2. Bereitstellen oder Zulassen spezieller technischer und didaktischer Hilfs- oder Arbeitsmittel wie Wörterbuch, Computer und Audiohilfen,
3. Nutzung methodisch-didaktischer Hilfen wie Lesepfeil, größere Schrift, spezifisch gestaltete Arbeitsblätter,
4. differenzierte Aufgabenstellung, insbesondere auch bei besonderen Schwierigkeiten in den Fächern Deutsch, Fremdsprachen oder … in der Grundschule … beim Rechnen,
5. mündliche statt schriftliche Prüfung, z. B. einen Aufsatz auf Band sprechen,
6. unterrichtsorganisatorische Veränderungen, z. B. individuell gestaltete Pausenregelungen, individuelle Arbeitsplatzorganisation, individuelle personelle Unterstützung, Verzicht auf Mitschrift von Tafeltexten,
7. differenzierte Hausaufgabenstellung,
8. individuelle Sportübungen.

(3) Die Entscheidung über die Gewährung und die Dauer eines Nachteilsausgleichs trifft die Schulleiterin oder der Schulleiter nach Anhörung der Klassenkonferenz auf Antrag der Eltern, bei volljährigen Schülerinnen und Schülern auf deren Antrag, oder auf Antrag der Klassenkonferenz nach Beteiligung der Eltern oder der volljährigen Schülerin oder des volljährigen Schülers. Besteht für die Schülerin oder den Schüler ein Förderplan, sind Hinweise auf die Gewährung eines Nachteilsausgleichs in diesen aufzunehmen. Die Eltern sowie die Schülerin oder der Schüler sind über die jeweiligen Formen des vorgesehenen Nachteilsausgleichs zu informieren.

Legasthenie/ LRS & Dyskalkulie Hessen - Ergänzende Bemerkungen zur Leistungsfeststellung und Bewertung in Hessen:

Hiernach ist festzustellen, daß es in Hessen (im Gegensatz zu anderen Bundesländern) bereits sehr detaillierte Regelungen gibt, so daß es nur beschränkten Raum für Konkretisierungen geben wird.

Wie auch in anderen Bundesländern werden Schüler oftmals versucht, mit bloßen "Nachteilsausgleichen" abgespeist zu werden... Bei Teilleistungsstörungen muss man um alles kämpfen!!!

Im Übrigen sind sind vor allem die ergänzenden Zuständigkeitsregelungen in § 42 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses zu beachten, wonach auch die Nachteilsausgleiche bei der Leistungsfeststellung und -bewertung grundsätzlich eines vorangegangenen Beschlusses der Klassenkonferenz bedürfen. Hierauf sollte man unbedingt achten, um nicht Erleichterungen im Leistungsfeststellungsverfahren zu verpassen bzw. um Erleichterungen bei der Bewertung zu streiten.

Für weitergehende Fragen hierzu, einer telefonischen Erstberatung anhand Ihres konkreten Falls sowie einer deutschlandweiten Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Bitte navigieren Sie anhand ansonsten der folgenden Links durch die weiteren Unterpunkte: